Hallux

HALLUX VALGUS
Der Hallux valgus (lat. valgus= krumm, schief) beschreibt die Schrägstellung der Großzehe im Grundgelenk nach außen hin. Dadurch entstehen am Fussinnenrand häufig schmerzhafte Entzündungen, verursacht durch den Druck des Schuhschafts. Daneben kommt es durch Druck der Großzehe auf die kleinen Zehen oft zu Hammer- und Krallenzehen-Fehlstellungen der benachbarten Zehen..

Zur Ursache gibt es verschiedene Theorien. In den meisten Fällen besteht eine genetische Disposition zusammen mit einer Spreizfussdeformität, mit Dominanz des weiblichen Geschlechtes. Oft bilden auch entzündliche Erkrankungen oder die Längenverhältnisse des ersten Strahles die Ursache der Hallux-valgus-Deformität. Durch unser „modernes“ Schuhwerk kann eine bestehende Hallux-valgus-Deformität ebenfalls symptomatisch werden.

Behandlung
Zuerst sollten sämtliche konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Hierbei kann vor allem das Tragen von bequemen und etwas breiteren Schuhen die Entzündung reduzieren. Bei den sogenannten Ballenschmerzen (Metatarsalgie) helfen im Frühstadium Einlagen. Bei anhaltenden und sich verschlimmernden Beschwerden hilft nur eine operative Korrektur. Ein asymptomatischer Hallux valgus muss nicht behandelt werden. Die prophylaktische Korrektur einer Hallux-valgus-Deformität wird oft diskutiert, ist aber bei Beschwerdefreiheit nicht erforderlich.

Operationen
Es sind in der Literatur über hundert verschiedene Operationsverfahren beschrieben worden. In den letzen Jahren hat sich zunehmend die knöcherne Korrektur bei Erhaltung des Gelenkes durchgesetzt. Meistens wird durch eine Durchtrennung (Osteotomie) und Aufrichtung des ersten Mittelfussknochens die Zehe wieder begradigt. Durch standardisierte Röntgendiagnostik mit belastetem Fuss kann individuell entschieden werden, welches Verfahren für den einzelnen Patienten geeignet ist. Die Nachbehandlung erfolgt in der Regel mit einem Spezialschuh, der bis zur Knochenheilung (ca.6 Wochen) getragen werden muss.